Donnerstag, 12. März 2015

Unser Dirndlnähkurs - Teil 2



Inzwischen haben wir unsere 2 Nähwochenenden erfolgreich absolviert. Es war einfach nur toll - so toll, dass wir uns am Montag danach total schwer taten, uns in der normalen Arbeitswelt wieder einzufinden ,weil wir noch immer im Dirndlfieber waren.

Warum uns der Kurs so gefallen hat? Die Atmosphäre und die Leute waren ausgesprochen nett, wir wurden rund um die Uhr bekocht und betreut und haben viele andere Kursteilnehmer/innen kennengelernt. Parallel fand z.B. ein Patchworkkurs statt mit ca. 40 Frauen - da war was los. Eine Live-Perkussion-Gruppe gab sich die Ehre - Pilger wurden ausgebildet - ein Filzkurs wurde veranstaltet, in dem die tollsten Fische entstanden sind.Wir hatten also die Gelegenheit, 2 Wochenenden lang voll und ganz der Kreativität zu frönen und der nächste Kurs ist schon gebucht.

Unsere Kursleiterin, die Frau Rambold-Wittenzellner überraschte uns täglich mit einem neuen Dirndl aus ihrer Kollektion, verschiedenen Schürzenkombinationen und Blusen. Mal traditionell, mal edel, mal verspielt. Das graude Dirndl mit dem Stehkragen hat uns besonders gut gefallen :O) Die nächsten Modelle sind bei uns jedenfalls schon in Arbeit.

Der Kurs selber war sensationell. Wir haben noch nie so viel in einem Nähkurs gelernt, wie bei Frau Ramboldt-Wittenzellner. Sie hat uns auch einiges von ihrem Werdegang erzählt, beneidenswert kann man da nur sagen, das Können hätten wir auch gerne. Sie strahlt eine Ruhe und freundliche Zuvorkommenheit aus, die bewundernswert ist, so ein nähtechnisches Projekt wirft bei den Teilnehmerinnen viele Fragen auf. Wir sind zwar alle mehr oder weniger gut mit Nähkenntnissen ausgestattet und trotzdem tauchen viele Informationen auf, die sicherlich auch die anderen Teilnehmerinnen noch nicht gehört haben.


Mit unserer Gruppe hatten wir ebenfalls großes Glück - es herrschte totale Harmonie und jede hatte am Schluss das Dirndl, das wirklich zu jeder perfekt passte auch hinsichtlich der Stoffwahl und Verarbeitungsart. Wir hatten "traditionelle" Dirndlnäherinnen dabei, hier wurden Röcke und Schürzen in liebevoller Handarbeit gestiftelt - eine Heidenarbeit. Wir waren die "Wilden" und haben uns für Sommerstoffe entschieden, da wir das Kleid auch so tagsüber tragen möchten.

Dazwischen immer wieder die spannenden Anproben des Oberteils. Die waren recht lustig, da die Meinungen über die Passformen etwas auseinandergingen. Wenn man blau anläuft und fast in Ohnmacht fällt, dann sitzt das Dirndl perfekt. Nichts ist hässlicher, als wenn sich am Oberteil Falten werfen wenn die Schürze umgebunden wird. Also ich kann damit leben, ich empfinde es als angenehm, Sonja dagegen nicht (hüstel, sie wird sich das Dirndl ein bisschen weiter machen, wenn Frau Ramboldt nicht hinsieht ;-) )
Hochinteressant waren die Feinheiten, auf die wir noch nie so im Detail geachtet hatten, wie etwa beim Verlauf des Musters der Schürzenbänder - diese sollen z.B. im Muster der Schürze untergehen - von sehr eingefleischten Trachtlern bekommt man u.U. zu hören "ja, wia kimmt denn de daher" (und heißt übersetzt: ja ist diese Dame schlampig angezogen :O). Oder der Zuschnitt des Oberteils- Sonja hat Engel auf dem Oberteil - hier wurde genau überlegt und geplant, wo welcher Engel sitzen soll. Jedenfalls sehen wir ein Dirndl nun nochmals mit ganz anderen Augen und die Anerkennung, wieviel Arbeit und Wissen dahintersteckt.

Natürlich haben wir ein paar Fotos für Euch gemacht:

Unser Kursraum - Ihr seht, wir waren fleissig und zwischendurch sah es auch aus,
wie auf dem Schlachtfeld :O) 
 
Kaffee- und Kuchenpause muss sein.
 






Wir sind überglücklich, dass wir an diesm Kurs teilnehmen durften und sagen nochmals danke für die schöne Zeit, ganz besonders an unsere charmante Kursleiterin, Frau Rambold-Wittenzeller.

Silvi und Sonja