Donnerstag, 4. September 2014

Heilfasten im Rathbergerhof

Wir haben ja schon erzählt, dass wir im Rathberger Hof, hier bei uns Anfang des Jahres, im Bayrischen Wald auf Minikur waren. Nun gehen wir zum zweiten Mal zur Roswitha, der liebenswürdigen Hotelbesitzerin - diesmal 2 Wochen, damit wir uns richtig schön erholen können. Einstein, unser Beagle, ist auch mit dabei. Er wird die viele Zeit, die wir mit Gassigehen verbringen sehr genießen, muss er doch auch tagaus tagein mit uns in die Arbeit gehen und geduldig auf seinem Kissen verharren, bis es abends ist, Zeit zum Heimgehen.
Der Rathberger Hof liegt fast an der österreichischen Grenze und das tolle ist: Kaum Handy-Empfang - ebenso Internet. Also, wenn man unbedingt will, dann bekommt man es von der Roswitha schon zur Verfügung gestellt - aber für die meisten ist es eine willkommene Tatsache, da man wirklich gezwungen wird, auszuspannen.
Wir haben in diesem Urlaub 1 Woche Heilfasten und 1 Woche Schrothkur gebucht und trotz Bedenken 5 Tage ohne Nahrungsaufnahme!!!! sehr positiv hinter uns gebracht.

Nun sind wir entschlackt und entgiftet, haben tolle Haut, Nerven aus Stahl und haben dazu ein paar Kilo abgenommen.
Vor dem Heilfasten hat es uns schon etwas gegraut, die Vorstellung ausser "Flüssigem" gar nichts zu bekommen macht, nachdenklich.
Das Heilfasten läuft so ab: Am ersten Abend wird mit großem Hallo - Glaubersalz getrunken. Das ist ein übles Gebräu, schon alleine die Erinnerung daran lässt uns erschaudern. Gottseidank wiegt die Rosi die Glaubersalzmenge nach persönlichem Körpergewicht ab - andernorts bekommt man pauschal seine 40g - meistens viel zuviel - wenn man nur 25g trinken muss, das macht geschmacklich schon was aus. Anschließend gibt's Zitronenscheiben zu lutschen und literweise Tee.
Morgens gab es Tee, Quellwasser, 2 Teelöffelchen Honig und Zitronenscheiben. Mittags Tee, Quellwasser und Gemüsebrühe. Abends Tee, Quellwasser, Gemüsesäfte und Obstsäfte (die Nachspeise). Die ganze Aktion dauert 1 Woche, begleitend mit Gymnastik und langen Spaziergängen durch den Bayerischen Wald. Im Herbst muss der Heilfaster übrigens zum Schwammerlsuchen für die gefräßigen Schothkur-Teilnehmer herhalten - getarnt als therapeutischen Morgengang. Die Ausbeute wird einem in der Küche abgenommen, da man ja nix essen darf - dafür darf man sich die genüssliche Schmatzerei der Schrothler anhören, wobei die eigene Fastensuppe einmal am Gemüse vorbereigeschoben wurde. Wenn der Suppentopf besonders eng an den Schrothlern vorbeigefahren wurde, hatte man die Illusion einer leckeren Pilzsuppe.
Voller Stolz präsentieren wir nun der Conny (erstklassige Köchin und fundierte Schwammerlkennerin) unsere schönen Prachtstücke. Sie gewährte ihnen jedoch nur  einen flüchtigen Blick mit der Bemerkung, ob wir sie vergiften möchten *hüstel* wir haben nämlich Bitterlinge gesammelt und diese für Steinpilze gehalten. Na ja, jeder hat halt Stärken und Schwächen.
Unser Steini war von diesen langen Spaziergängen sehr begeistert, gabs doch jede Menge Schnüffelspuren von Hasen und Rehen.
Das Heilfasten war wirklich eine Erfahrung, aber dass der Hunger nach 2 Tagen aufhört, stimmte bei uns nicht so ganz aber 5 Tage war ein überschaubarer Zeitraum.  Und Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie sehr man sich auf was zu Essen freut, wenn das Fasten gebrochen wird. Es gab 1 gedünsteten Apfel zum Frühstück - Kürbissuppe mit einer selbst gemachten Vollkornsemmel zum Mittag und Kartoffeln mit Quark zum Abend -  die Besten, die wir je in unserem Leben gegessen haben.
Anschließend hatten wir noch 1 Woche Schrothkur, um den Körper wieder aufzubauen. War herrlich. Einmal nur für sich da zu sein, sich um nichts kümmern zu müssen, schlafen, essen, Sauna und Spaziergänge.

Wir hatten also einen rundumgesundmach Urlaub. Wir können den Rathbergerhof nur wärmstens empfehlen und manch gesundheitliches Problem verschwindet mit den Kuren wie ganz von selbst.
Roswitha hält in der Zeit des Aufenthaltes einige Vorträge über Ernährung, wobei sie es versteht mit Humor und Charme viel Wissenswertes zu vermitteln. Das Ganze wird abgerundet mit einer Lehrküche, in welcher die Informationen praktisch vorgeführt werden. Wer sich für ihre hervorragenden Rezepte interessiert, kann ein Büchlein bei ihr erwerben, indem sie viel von ihrem angesammelten Wissen und Erfahrungen an uns Laien weiter gibt.
Hier ist ihre Homepage  http://www.rathberger-hof.de/   schaut Euch dort einmal in Ruhe  um - es ist traumhaft schön, Luxus pur. Ganz besonders möchte ich auf ihre selbstgemachte Gemüsebrühe hinweisen, die handelsüblichen Brühwürfel von einer bekannten Marke sind jetzt nicht so der Brüller. Was das gesundheitstechnische anbelangt und was alles drin ist möchte man nicht wirklich wissen. Dabei ist es so einfach sich eine wirklich wohlschmeckende Brühe selbst herzustellen, die noch dazu sehr lange hält, falls sie nicht vorher schon aufgegessen ist.


Auf den Rathberger Hof dürfen Hunde mitkommen, so dass Einstein Spielgefährten hatte, z.B. Wanda ein golden Retreever oder Xavier die hauseigene kleine französische Bulldogge und Dux der Nachbarshund, der des öfteren zu Besuch kam. Xavier hatte Riesenglück, er gehört Roswitha und ist der Neuzugang im Rathberger Hof. Xavier ist aus einem tschechischen Tiertransport im Tierheim gelandet. Sein kleines Hundeleben ist vermutlich ganz grausam gestartet, werden die kleinen Welpen viel zu früh von der Mutter genommen und da er kopiert ist, darf man davon ausgehen, dass dies ohne Betäubung geschah um Tierarzt und Kosten zu sparen. Die Tierhändler sind grausam und brutal. Auf jeden Fall kam er so zum Rahtberger Hof und ist nun im Paradies, es geht ihm sehr gut und ist der liebenswürdigste und anhänglichste Hund, den man sich vorstellen kann - eine Bereicherung für alle. Er dreht morgens seine Runden und begrüßt seine Gäste, so wie es sich für einen echten Gastronomen gehört.
Anbei sind noch einige Bilder vom Haus, vom Zimmer und von der herrlichen Landschaft.