Montag, 3. Juni 2013

Hochwasser bei uns

bisher haebn wir mit Staunen und Entsetzen die Naturgewalten in Passau betrachtet. Passau liegt 35 km von uns weg und ist meine Geburtststadt.Ich liebe Passau sehr,ist wie ein kleines Venedig und sehr charmant. Die Menschen dort sind sehr tapfer und ich glaube fast, dass die vielen Hochwässer zu deren Leben gehören - wenn es auch ein eher sorgenvoller Bestandteil ist und eine ganz üblie Existenzbedrohende Sache.

Man sitzt da und staunt.

wie gesagt wir wohnen 35 km weiter weg und auch an der donau zwiscehn Deggendorf und Passau. Heute morgen waren wir bereits mitdem Hochwasser konfrontiert, weil meine Tochter in Passau arbeitet und nicht mehr in die Innenstadt konnte. Dort ist alles überflutet. Tiefgaragen die 5 Stockwerke unter die Erde gehen sind voll bis oben hin hundertausende Kubikmeter Wasser. Noch hat es für Sie einfach nur einen freien Tag bedeutet. 

Ich selber arbeite in Deggendorf. Heute Nachmittag wurden wir bereits von der Feuerwehr angewiesen unsere Computer und alles wichtige auf die Schreibtische zu stellen - unsere EDV wurde abends abgeschaltet und Gerätschaften wurden in den ersten Stock gebracht.

Zu diesen Ereignissen hat man noch eine gewisse Distanz und man hofft halt, dass der Arbeitsplatz morgen noch trocken ist.

Heute abend gegen 21.00 h klingelt es bei uns an der Tür und dieses Mal steht die Feuerwehr mit Anordnungen direkt vor meiner Haustür und bringt bedrohende Botschaften. Der Pegel der Donau steigt unaufhörlich und es regnet und regnet. Die Dämme sind aufgeweicht und keiner kann wirklich voraussehen welches Ausmaß diese Katastrophe noch mit sich bringen wird.

Seit 21.00 h räumen wir nun unsere Habseligkeiten in den ersten Stock. Wir haben Gott sei dank einen ersten Stock - die wichtigsten Sachen haben wir nach oben gebracht, voller Panik und voller Angst. Jetzt ist es nicht mehr nur ein Hochwasser das irgendwo statt findet, nein es findet unmittelbar vor und in meiner Wohnung statt. Haben wir Glück, geht der Kelch nochmals an uns vorüber - hält das Wetter weiter so an, können wir ein großes Katastrophenereignis zu unseren Erlebnissen hinzuzählen welche wir unseren Enkeln erzählen werden.

Es ist sehr schwer in solchen Situationen nicht vollkommen in Panik auszubrechen, die Nerven noch zu behalten und überhaupt noch ein bisschen klar zu denken. Wir haben innerhalb kürzester Zeit einiges in den ersten Stock getragen und trotzdem wir der Schaden, wenn das Wasser bis in die Wohnung kommt kaum zu bezahlen sein. Fußböden, einige Möbel, die komplette Küche sind dann wohl nicht mehr zuretten.

Aber das Schlimmste wird die zukünftige Angst sein, wann es wieder einmal so weit sein wird. Die Katastrophen werden größer, das Ausmass unermesslicher und in keinster Weise mehr einschätzbar.

Mein Sohn meinte, dass das von den Verantwortlichen alles Panikmache sei. Ich kann das nicht so sehen. Dieses Hochwasser übertrifft alles seit 500 Jahren und so hat man doch noch eine geringe Chance einiges in Sicherheit zu bringen was einem lieb und teuer ist.

Morgen früh um 8.00  werden wir evakuiert - oder auch nicht. Hoffen wir mal nicht.

Ich drücke allen die Daumen, welche auch davon betroffen sind, dass alles wieder gut wird.

Ihr fragt Euch vielleicht, warum ich noch angesichts der nahenden Katastrophe hier sitze und schreibe - es ist das Einzigste was ich ausser warten im Moment tun kann und schreiben beruhigt irgendwie.