Samstag, 11. August 2012

Wir waren in Krumau oder in Krumlov

in der Tschechei - wir haben nicht besonders weit über die Grenze und so alle paar Jahre machen wir einen Abstecher nach Krumau. Eine wunderbare alte Stadt die seit dem 15. Jahrhundert nahe zu unverändert erhalten geblieben ist.

Fürst von Schwarzenberg hatte dort seine Rosenburg, eine sehr gut erhaltene riesen große Burganlage die man besuchen kann. Zur Burg gehört ein gepflegter großer Park

Hier sind Fotos von der Altstadt. Die Altstadt wird schon seit Jahren aufwändig restauriert und hat ihren Charakter so erhalten wie er war. Ich komme, wie bereits erwähnt alle paar Jahre nach Krumau. Leider verschwinden auch hier die Künstler und die Mampfständchen und die Anpassung an die Touristen nimmt seinen Lauf. Ein Kaffee, ein Restaurant ein Imbisständchen nach dem anderen schießen aus dem Boden. Die Vielfalt der Angebote ist verschwunden. Vor allem vermisse ich die Puppenmacher die es mir jedes Jahr angetan hatten. Auch gab es ein Porzellangeschäft mit auserlesenem Porzellan und einem reichhaltigen Angebot das Spaß machte es zu besichtigen und abzuwägen ob man es sich leisten möchte oder nicht. Sie sind alle den vielen Mampfständchen zum Opfer gefallen. Und ein herrlich duftendes, altmodisch romantisches Seifengeschäft war leider auch dem heutigen Zeitgeist gewichen.












 Die Altstadt von Krumau liegt in einer Moldauschleife und was wirklich sehr sympathisch macht, die Altstadt ist eine reine Fußgängerzone






 Krumau hat ein großes Freilufttheater. Das Besondere an dieser Sitztribühne ist, dass sie um 360° gedreht werden kann. Sie ist eine der größten Bühnen dieser Art in Europa oder vielleicht sogar weltweit.
 Das ist praktisch das wirkliche Theater hier starten die Theaterstücke - im Sommer gibt es ziemlich viele Aufführungen und die Veranstaltungen sollen sehenswert sein

Die Tribüne wird je nach Theaterstück mit der Sicht auf den Park gedreht und dort geht das Theaterstück weiter. Es ist sicherlich ein sehr schönes Erlebniss, wenn man in einer lauen Sommernacht an so einer Veranstaltung teilnehmen kann - wer weiß vielleicht gehen wir auch mal
in eine Aufführung - Sommernachstraum von Shakespear oder was anderes Klassisches



Wir durften einen Blick auf eine Hochzeit werfen. Sie wurde in einem abgeschlossenen Teil des  Parks durch geführt. Bezaubernde spanische Gitarrenmusik umrahmte die Zeremonie. Die Braut trug ein  schlicht gehaltenes Kleid - dafür war der Stoff exclusiv gewählt - kostbare Tüllspitze und ein ganz kleiner weißer Blumenstrauß  - geschmackvoll und hübsch

Es heißt, wenn man in einem  anderen Land eine Hochzeit erlebt, kehrt man das nächste mal  mit seinem Liebsten oder seiner Liebsten wieder dorthin zurück  -  wir werden das beobachten und darüber berichten wenn es soweit sein sollte - ob der Spruch stimmt




Und von hier aus gehen wir wieder nach Hause. Es war ein traumhafter Tag. Leider war es etwas zu kalt und zu windig und somit war der Ausflug eine recht zugige Angelegenheit. 

Ein unangenehmes Erlebeniss hatten wir zum Schluß auch noch. Die Parkschranke ging nicht mehr auf. Der Automat in den das Geld einzuwerfen war streikte und rechnete den bezahlten Betrag nicht ab. Innerhalb kürzester Zeit sammelte sich ein internationales Häufchen Menschen an, die alle weg wollten und nicht konnten. Uns befällt in solchen Situationen die Panik, der kalte Schweiß steht auf der Stirn und wir malten uns schon in den dunkelstens Farben aus, dass wir nieeeeee mehr wieder nach Bayern zurück kommen würden. Tja, so ist auch dieser Ausflug wieder einmal mit einem kleinen Abenteuer zu Ende gegangen. Wir hatten noch dazu Glück, weil einer der auch weg wollte tschechisch und deutsch sprach. Er konnte sich dem Parkplatzservice verständlich machen und nach 30 Minütiger Wartezeit wurden uns endlich die Türen geöffnet.  Erleichtert fuhren wir ab und noch erleichterter waren wir, als wir wieder die Grenze nach Niederbayern überschritten hatten. 

Das nachhaltige Gefühl als die Grenzen noch geschlossen waren und die Autos gefilzt wurden bis zur Luft die in den Gummireifen eingepumpt war, bekommt man einfach nicht los, auch wenn jetzt keine Grenzbeamten mehr an der Grenze stehen. Das Gefühl ein ganz schlimmer Schwerverbrecher zu sein, der übles im Schilde führt ist nach wie vor vorhanden. Dabei will man sich nur etwas Land und Leute ansehen und deren Sehenswürdigkeiten. 

Wir haben sofort festgestellt, dass auch unsere Bäume irgendwie grüner sind als hinter der Grenze. Doch, ganz bestimmt.

Und wieder hat es sich bestätigt,zu Hause ist es am aller, aller schönsten 

Ciao